Blogheim.at Logo Es verändert sich so einiges, aber irgendwie doch nicht viel - Das Leben mit Kind - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

Es verändert sich so einiges, aber irgendwie doch nicht viel - Das Leben mit Kind

Im Großen und Ganzen hat sich mein Leben nicht wirklich verändert. Ich fühle mich auch nicht älter.  Nicht mehr erwachsen. Nicht weniger kin...

Im Großen und Ganzen hat sich mein Leben nicht wirklich verändert. Ich fühle mich auch nicht älter.  Nicht mehr erwachsen. Nicht weniger kindlich. Das Einzige, was anders ist: Es gibt noch jemandem in meinem Leben. Jemanden der besonders liebenswert ist. Besonders beschützenswert. Jemanden, der mein Leben richtig bereichert.


Ich komme immer zum Schlafen und stehe immer noch jeden Morgen auf. Meistens früher als zuvor. Was mir nicht immer leicht fällt. Aber Madame, die möchte nun mal essen. Und auch gewickelt werden. Das kann sie noch nicht alleine. Danach ist meistens an Schlaf nicht mehr zu denken. Madame möchte unterhalten werden. Selbst wenn ich noch richtig müde, vielleicht etwas grantig, bin und mich frage wozu das alles gut ist - ein Lächeln von der vergnügten Madame macht alles wieder wett.

Eigentlich kann ich mich sogar richtig glücklich schätzen. Madame war von Anfang an eine brave Schläferin und hat durch geschlafen. Manchmal kommt es zwar vor, dass sie in der Nacht aufwacht. Manchmal vor Hunger. Manchmal möchte sie einfach nur kuscheln. Ganz normale Bedürfnisse eben. Ich stehe dann gerne auf. Es ist das Beste ihr dabei zu zusehen, wenn sie genüsslich trinkt und danach wieder zufrieden einschläft. Hin und wieder vergesse ich sogar, dass ich in der Nacht aufgestanden bin. Die Stilldemenz lässt grüßen. Wenn Madame nicht aufwacht, dann bin ich es. Ich muss mich des Öfteren vergewissern, dass es ihr gut geht. Erst dann kann ich wieder beruhigt weiter schlafen. Mama eben.

Ich komme immer noch dazu mich jeden Tag zu duschen. Nur unbeobachtet bin ich dabei nicht mehr. Das ist anders. Madame liegt dann eben im Bad am Boden und schaut mir zu. Ganz aufmerksam. Ohne einen Mucks zu  machen. Unbeobachtet duschen ist nicht mehr drin - nehme ich gerne in Kauf. Selbst beim Haareföhnen bleibt Madame ruhig. Der Föhn macht ja auch zu tolle Geräusche. Auch sonst weiß Madame sich im Badezimmer zu beschäftigen. Irgendwas ist immer spannend. Und wenn es die laufende Waschmaschine ist.


Ich kann immer noch arbeiten gehen. Zwar nicht mehr so viel wie früher, aber immerhin. Und Madame? Die ist meistens dabei und wird von ihrer Oma liebevoll betreut. Wirklich toll. Ich weiß das sehr zu schätzen. So fällt mir daheim die Decke nicht auf den Kopf. Zudem habe ich auch das Glück von zu Hause aus arbeiten zu können. Madame beschäftigt sich dann allein oder hilft mir dabei. Wie sie eben mag. Zehn Stunden die Woche sind so locker drin.

Ich kann immer noch den ganzen Tag unterwegs sein. Zwar nicht alleine. Macht aber sowieso mehr Spaß zu zweit. Außerdem ist Madame gerne unterwegs. Logisch - da gibts viel mehr zu entdecken, als daheim. Wenn Madame unterwegs Hunger bekommt - was solls. Mittlerweile kenne ich viele Still- und Wickelmöglichkeiten in Graz. Und sollten diese gerade nicht in Reichweite sein, ist das auch kein Problem. Ich bin ganz gut darin geworden, Madame unauffällig zu stillen. Selbst wenn das inmitten einer Bushaltestelle sein muss. Irgendwie auch praktisch das Ganze - im Moment habe ich immer alles dabei.

Ich komme auch immer noch dazu Sport zu machen.  Selbst wenn der Herr mal keine Zeit hat auf Madame aufzupassen. Dann wird sie einfach mit eingebaut. Regelmäßigkeit schaut aber anders aus. Aber das liegt wohl eher an meinem Schweinehund. Übungen mit Madame funktionieren super. Das Gewicht steigert sich kontinuierlich mit. Selbst laufen zu gehen ist kein Problem. Madame fühlt sich wohl an der frischen Luft. Sie sitzt dann eben im Kinderwagen und ist so mit dabei. Meistens spielt sie. Oder schläft. Das Kinderwagenschieben beim Laufen ist zwar gewöhnungsbedürftig. Aber gewöhnungsbedürftig ist mit Baby ja viel.


Ich kann abends immer noch weggehen. Zwar nicht mehr unbedingt in eine Disco. Muss ja auch nicht sein. Wenn der Herr mal in einem Lokal oder Open Air auflegt sind wir beide meistens als Groupies dabei. Das lassen wir uns nicht nehmen. Zwar nicht mehr unbedingt in der Front Row anzutreffen -  Da ist es zu laut, eh klar - aber zumindest dabei. Und zuhören kann man ja auch dort, wo es etwas leiser ist. 

Ich habe immer noch Freunde. Richtig tolle sogar.  Es schaut uns keiner schief an, wenn wir mit Madame im Schlepptau aufkreuzen. Ganz im Gegenteil: Jeder freut sich die kleine Maus zu sehen.  Wenn Madame müde wird, dann schläft sie. Ob im Kinderwagen oder auf einer Decke am Boden - egal. Da kann daneben eine Blasmusikkapelle spielen. Uns gibt es jetzt nunmal zu Dritt. Zumindest zu Zweit.

Das einzige, das sich wirklich verändert hat ist die Tatsache, dass alles etwas langsamer geht. Das 'spontan' von früher ist anders. Wir müssen schon etwas voraus planen. Innerhalb von fünf Minuten wo zu sein geht nicht mehr so gut. Denn wenn Madame Hunger hat, dann will sie essen. Auf der Stelle. Das geht vor. Sehr gerne sogar.

Natürlich gibt es auch Tage, die etwas stressiger sind. Wenn man dann aber mit einem Lächeln belohnt wird, ist alles vergessen.






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1 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Artikel, danke, dass du das mit uns teilst. Man verliert das so oft aus den Augen, dass es eigentlich vor allem was Schönes ist <3

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