fetznmarkt#2 - oder das Malheur mit der Bankomatkarte - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

fetznmarkt#2 - oder das Malheur mit der Bankomatkarte

Gewusel, Musik und jede Menge Krimskrams - es ist wieder fetznmarkt im Friseursalon von Doppelhofer&Steininger. Rückblick: In...

Gewusel, Musik und jede Menge Krimskrams - es ist wieder fetznmarkt im Friseursalon von Doppelhofer&Steininger.


Rückblick:
In der Früh, kurz vor Beginn. Der ganze Friseursalon muss fetznmarkt-tauglich gemacht werden. Das heißt soviel, wie alles ausräumen, Tische aufstellen, Plakate aufhängen und so weiter. Die Liste ist lang. Und wir zu dritt. Zu viert, wenn man Madame als helfende Hand dazu zählt. Wohl eher nicht. Vergnügt sitzt sie im Kinderwagen und schaut uns beim Arbeiten zu. Schon lustig als Firma 'Sitz und Schau'. Wenigstens ist sie gut aufgelegt, ist sie doch die Nacht zuvor jede (!) Stunde wach geworden und hat uns den Schlaf geraubt.

Es ist alles aufgebaut. Es fehlt uns nur noch das Wechselgeld. Deshalb machen Madame und ich uns auf den Weg zur nächste Bank. Das kommt sehr gelegen. Madame wird beim Spazieren sicher einschlafen. Denkste. Es ist alles viel zu interessant. An Schlaf ist nicht zu denken. Dazu kommen ihre schrillsten Quietschlaute. Gottseidank sind wir draußen. Da können wir niemanden stören.

In der Bank - ich bin im Gedanken schon längst wieder beim fetznmarkt - dann das Malheur. Die Bankomatkarte des Herren bleibt im Münzrollenautomaten stecken. Na super. Mein erster Gedanke: Ich muss die Karte da irgendwie wieder heraus bekommen. Eine Pinzette wäre jetzt sehr hilfreich. Panisch stochere ich im Kartenschlitz herum. Ich habe keine Chance. In mir macht sich Verzweiflung breit. Was soll ich nur tun? Zu allem Überfluss fängt Madame auch noch zum Weinen an. Richtig laut. Ich bin am Verzweifeln und möchte am liebsten mit heulen.War ja klar, dass mir das passiert.

Da kommt mir die rettende Idee: Ich kann ja bei der Bank anrufen. Irgendwer wird schon abheben. Die werden mir sicher weiter helfen können und jemanden schicken, um die Karte herauszuholen. Gedacht getan. In meiner ersten Euphorie dann die Ernüchterung. Sonntags kann mir da keiner weiter helfen. Hätte ich mir denken können. Madame hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Das beruhigt auch mich. Kann man halt nichts machen.

Weiter gehts zur nächsten Bank. Ich probiere dort mein Glück mit einer anderen Karte. Es klappt. Mir fällt ein Stein von Herzen.  Madame muss meine Erleichterung spüren. Sie sitzt im Wagerl und strahlt mich an. Hat ein richtig breites Grinsen im Gesicht. Mein kleiner Breitmaulfrosch. Im Ausgabeschlitz dann die Überraschung: Ich finde dort eine andere Bankomatkarte. Was für ein lustiger Zufall.

Wir sind wieder zurück im Friseursalon. Der Flohmarkt ist  mittlerweile voll im Gange. Madame hat in der Zwischenzeit immer noch nicht geschlafen und wird quengelig. Der Kinderwagen ist nicht mehr interessant. In den letzten fünf Minuten hat sich der sogar zum größten Feind entwickelt. Das geht schnell. Das Leben spielt sich nun mal draußen ab. Der Herr nimmt sie auf die Schultern. Das gefällt ihr. Wie eine Kaiserin thront sie oben und schaut auf ihr Volk herunter. Die Lösung ist leider nicht von Dauer. Erstens muss der Herr auflegen. Zweitens ist Madame mit ihren stolzen elf Kilo ganz schön schwer.

© Raw Austrian Photography

In den Kinderwagen will sie aber partout nicht hinein. Na gut, dann bin ich eben dran und trage sie herum. An sich ja kein Stress. Aber in dem Fall gar nicht so einfach. Denn wir beide stehen hinter der Bar und bedienen die Gäste. Geht auch mit einem Arm. Zwar viel langsamer als sonst. Aber es funktioniert. Und ich, ich habe gar nicht die Zeit darüber nachzudenken, wie schwer sie eigentlich ist. Außerdem muss es funktionieren. Wir wollen doch niemanden mit ihrem Gemaunze verscheuchen. Mein Bizeps wirds mir danken.

Trotzdem bin ich froh, als sich der ganze Spaß dem Ende zuneigt. Das Aufräumen gestaltete sich schon einfacher: Wir setzen Madame einfach auf den Boden. Da kann sie sich austoben. Hat sie heute noch nicht und ist dringend nötig. Und ihr gefällt es.

Am Abend falle ich erschöpft, aber stolz ins Bett.. Wir habens geschafft mit Baby einen Flohmarkt zu organisieren und durchzuführen. Ein tolles Gefühl. Nicht ganz so toll sind die Schmerzen in meinen Armen. Ich fühle mich als hätte ich den ganzen Tag nur Bizepscurls gemacht. Aber was solls. Besser war mein Tag allemal, als den ganzen Tag im Fitnessstudio zu stehen.

Übrigens;: Die Bankomatkarte befindet sich mittlerweile wieder im Besitz des Herren.

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