Vienna Calling - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

Vienna Calling

Samstag. Wir sitzen im Auto. Begleitet von einem Konzert der Extraklasse aus den hinteren Reihen. Madame hat spontan beschlossen nicht sch...

Samstag.

Wir sitzen im Auto. Begleitet von einem Konzert der Extraklasse aus den hinteren Reihen. Madame hat spontan beschlossen nicht schlafen zu wollen. Vorbeiziehende Landschaft und Autos. Viele Autos. Ist ja auch alles viel zu spannend auf dem Weg nach Wien.

Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir es geschafft. Wir sind da. Wien hat uns wieder. Und Madame hat endlich in den Schlaf gefunden. Der Zeitpunkt könnte zwar besser sein, aber der Herr muss sowieso noch sein ganzes Zeug abladen, bevor es ins Hotel geht. Das Auto steht - und gar nicht anders zu erwarten - Maunzi ist wach. Sie kann es gar nicht mehr erwarten sich endlich zu bewegen. Kann ich verstehen. Eingepfercht im Kindersitz kann nicht sehr viel. Aber Sicherheit geht nun Mal vor.

Keine viertel Stunde später haben wirs dann wirklich geschafft. Wir sind angekommen im 25hours Hotel Wien. Und richtig begeistert. Das Zimmer ist toll. Mit richtig viel Platz zum Strampeln. Und das Beste: es gibt eine freistehende Badewanne. Die vom Herrn und Madame natürlich gleich ausprobiert werden muss.


Viel Zeit bleibt leider nicht - der Herr muss los. Und wir mit ihm. Denn Madame und ich sind neugierig. Zu neugierig um nicht zu wissen wo er heute auflegt. Dort hält es uns allerdings nicht sehr lange. Madame interessiert sich einfach zu sehr für Kabeln. Und davon gibt es dort leider zuhauf. Nichts ist vor ihr sicher. Deswegen wird sie wieder eingepackt. In den Kinderwagen zum nächtlichen Strawanzen durch Wien.

Doch aus einem entspannten Spaziergang wird leider nichts. Vorerst. Madame hat Hunger. Richtig Großen. Mama auch. Madame ist schnell versorgt. Für sie haben wir genug dabei. Für Mama leider nicht. Also gehts auf Nahrungssuche. Eine vermeintlich einfache Aufgabe. Nicht aber Samstag Abend auf einer nahezu ausgestorbenen Mariahilferstraße. Zugegeben: Mama ist wählerisch. Will nicht den erstbesten Döner essen. Auch der Zweit- oder Drittbeste ist nicht gut genug. Selber Schuld. Bleibt sie eben hungrig.

Weiter gehts. Madame will Wien entdecken, war sie doch erst einmal hier. Und von Sightseeing war damals keine Rede. Vorbei beim Museumsquartier spazieren wir durch den Garten des Naturhistorischen Museums in Richtung Hofburg. Vor der Hofreitschule machen wir einen kurzen Foto-Stopp. Der fällt dann allerdings kurzerhand ins Wasser. Mama hat keinen Akku mehr. Egal . Madame scheint das nichts auszumachen. Fröhlich brabbelnd sitzt sie im Kinderwagen und saugt alles auf. Es scheint ihr zu gefallen. Wien bei Nacht ist ja auch zu schön.

Vor dem Stephansdom wird es auf einmal ruhig. Fast zu ruhig für meinen Geschmack. Madame hat von einer Sekunde auf die nächste aufgehört. Aufgehört zu brabbeln. Ein Fünkchen Panik macht sich in mir breit. Geht es ihr eh gut? Ich muss mich schnell vergewissern. Und siehe da: Sie ist eingeschlafen. Einfach so. Müssen wohl zu viele Eindrücke für sie gewesen sein. Mir fällt ein Stein von Herzen.

Mittlerweile hat es zu regnen begonnen. Für Madame kein Problem. Ihr Kinderwagenverdeck haben wir immer dabei. Nur Mama hat diesmal nicht mitgedacht. Ihr Schirm liegt gemütlich in Graz in der Garderobe. Na gut, dann heißt es eben Rückzug ins Hotel. Macht nichts. Es ist sowieso schön spät und Mama möchte die Badewanne auch noch genießen.


Sonntag.

Am nächsten Morgen werde ich wach. Vor Madame. Und vor dem Herrn (Irgendwie logisch, ist der auch erst um halb drei zu uns gestoßen). Mama hat - zur Abwechslung - Hunger. Also was tun? Frühstücken gehen will ich auch nicht alleine. Also heißt es warten. Warten bis meine Schlafmützen wach werden. Madame lässt auch nicht lange auf sich warten. Den Herrn wollen wir allerdings noch etwas schlafen lassen - es ist ja eh erst neun. Und außerdem lässt er uns auch immer ganz lieb weiter schlafen. Also beschließen wir kurzerhand frische Luft zu schnappen. Wien bei Tag kann ja schließlich auch was. Denkste. Wien bei Wind und gefühlten vier Grad kann doch nicht so viel. So schnell kann der Herr sich gar nicht umdrehen, sind wir auch schon wieder im Zimmer um ihn aufzuwecken.


Endlich gehts zum Frühstücken. Und das Warten hat sich definitiv gelohnt. Der Platz im Bauch. Die Auswahl ist groß. Es gibt alles was das Herz begehrt.Und schmecken tuts nicht nur uns. Nein auch Madame schaufelt mit Begeisterung Schupfnudeln in sich hinein. Unser kleiner Gourmet.

Nach dem tollen Frühstück wagen wir es nochmal. Wir wagen uns raus. Raus in den Wind. Mit vollem Bauch ist alles nur mehr halb so schlimm. Madame schläft. Die Sonne scheint. Und der Herr und ich genießen die restliche Zeit. Die Premiumzeit zu zweit. Strawanzend durch Wien.







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