Spontanität bestimmt das Leben - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

Spontanität bestimmt das Leben

Am Wochenende sind wir wieder einmal unterwegs. Gypsy Travels unlimited auf dem Weg ins wunderschöne Slowenien. Nach Maribor zum Einkaufen. ...

Am Wochenende sind wir wieder einmal unterwegs. Gypsy Travels unlimited auf dem Weg ins wunderschöne Slowenien. Nach Maribor zum Einkaufen. Denn da haben die Geschäfte auch Sonntags offen.Wir kommen an. Der Herr holt Madame aus dem Auto. Mama den Kinderwagen aus dem Kofferraum. Madame nimmt Platz in ihrem Gefährt. Und los geht's. Volle Kraft voraus ins Shopping- Center.

So zumindest der Plan. Doch leider tanzt einer aus der Reihe. Unser Kinderwagen. Er spielt nicht mit. Oder besser gesagt macht gar nichts mehr. Die Vorderräder blockieren. Er streikt. Mag nicht mehr. Super. Und das alles einfach so. Na gut, ich muss zugeben, wir haben ihn schon ziemlich getestet. Waren mit ihm viel unterwegs. Sind über Stock und Stein damit gefahren und haben ihn nicht immer mit Samthandschuhen angefasst.

Was sollen wir tun? Madame ist zu schwer, um nur getragen zu werden und im Gehen ist sie auch noch nicht allzu sicher. Unser Einkaufsausflug scheint schon ins Wasser zu fallen, doch dann erspähe ich die Rettung. Keine zehn Meter vom Eingang entfernt - ein Babysachengeschäft. Zumindest schauen kann man ja mal.

Mit Ach und Krach schaffen wir es mit unserem Gefährt über die Schwelle bis ins Geschäft. Maunzende Madame inklusive. Die scheint zu ahnen, dass irgendwas nicht stimmt. Wir haben Glück. Es gibt sogar Kinderwägen. Sofort sticht uns  ein Wagen ins Auge. Ein Sportlicher. Einer mit drei Rädern. Und das Beste: Es gibt einen passenden Getränkehalter dazu (Sowas ist nämlich nicht zu verachten, habe ich mich schon oft geärgert. Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung wie ich bis jetzt überhaupt ohne ausgekommen bin...).

Eine freundlich Mitarbeiterin nimmt sich sofort unserer an und zeigt uns was der Wagen alles kann. Unsere Begeisterung nimmt nicht ab - ganz im Gegenteil. Der Wagen gefällt uns immer besser. Er fährt sich toll und lenkt sich leicht. Spätestens als Madame probesitzt ist klar. Wir müssen ihn haben. Dazu kommt, dass die Filiale schließt und somit alles nur die Hälfte kostet. Ein Grund mehr, einfach zuzuschlagen. Allerdings gibt's da noch ein Problem. Ein kleines. Nämlich, der ausgestellte Wagen ist blau. Nicht dunkelblau. Nicht marineblau. Nein blitzblau. Ein richtig grelles, so dass es bei längerer Betrachtung richtig weh tut in unseren Augen.

Innerlich resigniere ich. Wäre ja auch zu schön gewesen die Geschichte. Kinderwagen kaputt - ins Geschäft - mit neuem Wagen gleich wieder raus. Kann man nichts machen. Doch dann, vielleicht die Lösung? Die Verkäuferin bietet uns an, die restlichen, noch lagernden Schachteln durchzuschauen. Eventuell ist da ja noch eine andere Farbe dabei. Wir sind also wieder im Spiel. Gespannt schauen wir ihr dabei zu, wie sie eine Schachtel nach der anderen öffnet. Mein Puls ist bei gefühlten 180. Auch Madame ist die Anspannung anzusehen.

Und siehe da. Es gibt ihn. Den einen in Schwarz-Grau. Eine Farbe die uns allen Dreien gefällt. Madame, dem Herrn und mir. Wir schlagen sofort zu. Die Geschichte wird also doch noch wahr. Wir verlassen das Geschäft mit neuem Gefährt.


Ich bin erleichtert. Aber auch ein bisschen wehmütig. War der alte Kinderwagen schon ein guter Freund. Ein treuer Begleiter. Ihn jetzt wegzugeben macht mich traurig, stecken doch so viele Erinnerungen drin. Kroatien, Italien, Paris, Berlin - viel haben wir gemeinsam erlebt. Aber wie es im Leben nun mal so ist, muss man loslassen können. Es warten neue Abenteuer auf uns. Uns vier. Auf Madame, den Herrn, mich und den Kinderwagen.


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