Blogheim.at Logo 1, 2, 3 - Wann ist der Spuk vorbei? - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

1, 2, 3 - Wann ist der Spuk vorbei?

Es ist mitten in der Nacht. Madame hat heiße Haut. Ihr Schlaf ist unruhig. Nicht so wie sonst. Irgendetwas stimmt da nicht. Der Herr hat gle...

Es ist mitten in der Nacht. Madame hat heiße Haut. Ihr Schlaf ist unruhig. Nicht so wie sonst. Irgendetwas stimmt da nicht. Der Herr hat gleich einen Verdacht: Fieber. Madame ist krank. Ich bin so müde, dass ich mir erst einmal keine Gedanken darüber mache. Wird schon nicht so schlimm sein denke ich mir, und drehe mich um, um gemütlich wieder ins Träumeland zu reisen.

Am Nächsten Morgen dann die Gewissheit. Der Herr hatte Recht. Madame ist krank, die arme Maus. Und das so richtig. Inklusive Allem. Hat Fieber, Husten und Schnupfen. Das volle Programm. Zur Tagesmutter kann sie erst einmal nicht.

Madame hätte sich keinen besseren Zeitpunkt dafür aussuchen können. Der Herr und ich haben nämlich einen übervollen Terminkalender. Wir befinden uns beide mitten in der Prüfungszeit und auch auf der Arbeit ist gerade richtig viel los. Zu allem Überfluss sind auch Oma und Opa gerade auf Urlaub. Perfektes Timing könnte man sagen. Aber man kann sich ja bekanntlich nicht aussuchen, wann man krank ist. Jetzt heißt es Troubleshooting deluxe. Aber so richtig. Jetzt sind all unsere Planungsskills gefragt, um die nächsten Tage und Termine einigermaßen gut hinzubekommen. Auch unsere Heilungsskills sind gefragt, schließlich wollen wir unsere Madame so schnell wie möglich wieder gesund bekommen.

Die nächsten Tage über haben der Herr und ich Schichtdienst. Schichtdienst im Krankenlager. Am Vormittag, der Herr. Am Nachmittag dann ich. Und so oder umgekehrt weiter. So, dass wir beide wenigstens unsere wichtigsten Termine wahrnehmen können. Gute Planung macht es wieder einmal möglich und so schaffen wir  es tatsächlich beide, alles Unverschiebbare wahrzunehmen. Madame, die kümmert das alles recht wenig. Denn sie schläft. Ihre Immunabwehr ist so beschäftigt, dass sie kaum ihre müden Augen aufbringt. Die arme Maus.

Während der Herr nun also zu Hause bei Madame ist, fällt es mir schwer, mich auf der Uni zu konzentrieren. Starre ständig auf mein Handy. Ich mache mir Sorgen, war Madame bisher (bis auf Schnupfen, aber den hat man ja bald einmal) noch nie wirklich krank. Als ich dann am Nachmittag endlich bei ihr bin, wird das ganze nicht besser. Zumindest für mich. Ich weiche kaum von ihrer Seite, prüfe ständig ihre Temperatur und versuche sie in ihren Schlafpausen immer wieder zum Trinken zu bewegen. Ich bin richtig froh, als es Madame beginnt besser zu gehen. Das Fieber sinkt und auch ihr Appetit kehrt langsam wieder zurück. Ich bin erleichtert. Mir fällt ein großer Stein von Herzen. Als dann noch der Herr nach Hause kommt, um mich zu unterstützen, kehrt auch meine innere Ruhe wieder zurück. Gemeinsam geht es dann eben doch leichter.
 

Die nächsten Tage sehen nicht viel anders aus. Zumindest für den Herrn und mich. Arbeit, Uni, Arbeit, Termine, Schichtdienst im Lazarett. Ganz anders bei Madame. Mit ihr geht es stetig bergauf. Das Fieber ist weg. Der Appetit steigt. Die Schlafphasen verkürzen sich. Madame wird immer aktiver. Und damit einhergehend immer schlechter gelaunt. Aber so richtig. Ihr fehlt die Bewegung. Die Bewegung an der frischen Luft, die sie sonst jeden Tag hat. Ich bin richtig geschafft. So viel Grantigkeit bin ich von ihr nicht gewohnt. Ich bin regelrecht froh, wenn der Herr nach Hause kommt, um mich abzulösen, und ich meiner Wege gehen kann. Wie schafft man das nur alleine?

Nach vier Tagen hat dann der Spuk zum Glück wieder ein Ende. Madame ist wieder ganz die Alte und der Herr und ich froh, wieder mehr Zeit für uns selber haben zu können. So gerne man auch für sein Kind da ist, so anstrengend kann es sein. Hoffen wir das Beste, dass sich Madame dem Fieber das Fürchten gelehrt hat, so dass es sich in Zukunft davor hüten wird, bei ihr auch nur anzuklopfen.


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