Klammeraffen klammern gerne - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

Klammeraffen klammern gerne

Heute ist es wieder einmal soweit. Nach langem Warten und Herbeisehnen ist der Tag gekommen. Madame schläft wieder einmal bei ihrer Oma. Und...

Heute ist es wieder einmal soweit. Nach langem Warten und Herbeisehnen ist der Tag gekommen. Madame schläft wieder einmal bei ihrer Oma. Und Mama und Papa haben einmal Zeit für sich. Endlich. Und das ganz ohne Kind. Hin und wieder muss das einfach sein. Denn man ist ja nicht 'nur' Mama und Papa. Braucht schon seine Auszeit zu zweit.

Madame kann es kaum erwarten bis die Oma endlich da ist. Mama und Papa auch nicht. Schnell wird noch das Nötigste eingepackt. Viel braucht sie nicht. Ist ja Sommer. Aber ohne Windeln und ihren heiß geliebten Schnulli geht es dann doch nicht. Verständlich.

Ich muss zugeben, das Packen ist eine gute Ablenkung. Denn immer wieder keimt so ein Gefühl in mir auf. Ein Gefühl, dass mich unsicher werden lässt. Eigentlich möchte ich Madame gar nicht hergeben. Einerseits fällt es mir schwer Madame los zu lassen. Es ist schon schön, wenn sie in meiner Nähe ist. Auch wenn ich sie manchmal wirklich auf den Mond schießen könnte. Andererseits ist da die Freude mit dem Herrn wieder einmal etwas unternehmen zu können. Fragen tauchen in meinem Kopf auf. Viele Fragen: Sollen wir Madame wirklich zur Oma geben? Sind wir egoistisch mal etwas alleine machen zu wollen? Ganz ohne Madame? Will Madame überhaupt zur Oma? Irgendwie schon bescheuert.


Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht. Zum Glück. Es klingelt an der Tür. Oma ist da. Endlich. Madame stürmt sofort zu ihr. Also letztere Frage lässt sich ohne Zweifel mit JA beantworten. Der Abschied fällt schwer. Also dem Herrn und mir. Nicht aber unserer Madame. Am liebsten würde sie ohne sich auch nur umzudrehen die Wohnung verlassen. Nicht einmal ein richtiger Abschiedskuss ist drinnen. Ein geschickter Kuss muss reichen. Herrlich. Trotzdem - gedrückt muss sie schon noch werden. Ich fange sie ein, sage ihr noch einmal wie lieb ich sie habe (als hätte ich das vorher nicht schon oft genug gesagt) und fort ist sie.

Madame ist weg. Die Wohnung ist irgendwie so leer. Es ist so ruhig. Ein eigenartiges Gefühl. Ich bin ein bisschen traurig. Der Herr auch. Gut, dass wir zu zweit sind. Neben der Traurigkeit habe ich auch ein bisschen Sorge. Sorge darüber, ob Madame und Oma gut ankommen werden. Alle paar Minuten checke ich mein Handy. Am liebsten würde ich anrufen, ob es ihnen gut geht. Der Herr beruhigt mich. Was soll denn schon großartig passieren? Aber trotzdem - Kopfkino kann ganz schön böse sein. Mama eben.

Die erlösende Nachricht kommt - Madame geht es gut. Sie und Oma sind sicher zu Hause angekommen. Mit der Nachricht schwindet auch Madame's Präsenz in meinem Kopf. Ich fühle mich auf einmal ganz anders. Ganz befreit. So kann einem schönen Abend zu Zweit wirklich nichts mehr im Weg stehen. Auch wenn ich mich schon riesig auf den nächsten Tag und damit auf Madame freue!

Vielleicht sollten wir sowas einfach öfter machen. Damit wir uns (endlich) dran gewöhnen. Und nicht mehr wie die größten Klammeraffen klammern. Es tut uns ja gut. Und Madame auch. Und Oma freut sich ebenso. Und Außerdem: So viel Platz im eigenen Bett zu haben kann schon auch was...

You Might Also Like

0 Kommentare