Studying Mom - zwischen stillen und studieren - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

Studying Mom - zwischen stillen und studieren

Tick. Tack. Tick. Tack. Nervös blicke ich immer wieder auf die Uhr. Die Zeit rennt. Und noch ist kein Ende in Sicht. Ich sitze nämlich gerad...

Tick. Tack. Tick. Tack. Nervös blicke ich immer wieder auf die Uhr. Die Zeit rennt. Und noch ist kein Ende in Sicht. Ich sitze nämlich gerade auf der Uni und warte bis mein Kurs zu Ende ist. Und ich in meine Pause starten kann. Bevor in fünfzehn Minuten mein zweiter Kurs für heute startet.

Und siehe da - der Vortragende macht tatsächlich pünktlich Schluss. Ich bin erleichtert. Jetzt heißt es schnell Sachen zusammen packen und raus aus dem Hörsaal. Jede Sekunde zählt. Denn einfach so Pause machen läuft hier nämlich nicht. Mir bleibt ein Zeitfenster von fünfzehn Minuten. Fünfzehn Minuten um herunter zu kommen und das Vorgetragene zu verarbeiten. Fünfzehn Minuten um den kleinen Monsieur zu stillen.

Während ich nach draußen laufe, bete ich innerlich, dass der Herr und die beiden Kinder es rechtzeitig geschafft haben. Geschafft haben her zu kommen.  Denn alles ist genau durchgeplant. Auf die Minute genau. Als ich um die Ecke biege, dann die Erleichterung: Die drei haben es tatsächlich in der Zeit geschafft her zu kommen. Jetzt nur noch schnell stillen - und dann gleich wieder ab in den nächsten Hörsaal.

So oder so ähnlich läuft es nun jeden Mittwoch bei uns ab. Mein Studium will nämlich irgendwann auch einmal beendet werden. Also habe ich mich dazu entschlossen auch dieses Semester wieder zwei Kurse an der Uni zu besuchen. Gar nicht so einfach mit einem Kleinkind und einem Stillbaby. Aber mit ein bisschen logistischer Planung und einem verständnisvollen Herren durchaus machbar.


In weiser Voraussicht habe ich mir die Kurse in dem Semester so ausgesucht, dass sie beide am selben Tag in den frühen Abendstunden stattfinden. Abends deswegen, weil der Herr ja tagsüber arbeitet. Madame ist zwar tagsüber bei der Tagesmutter, aber den kleinen Monsieur mit auf die Uni nehmen funktioniert,  auch nur bedingt. Glaube ich zumindest. Das ich um die Zeit meistens müde bin, ist eine andere Geschichte. Über die ich an dieser Stelle einfach mal hinweg sehe...

Dass beide Kurse am selben Tag stattfinden, das hat natürlich auch einen Grund: Ich wollte einfach nicht zwei Mal die Woche auf die Uni. Denn zwei Mal hin und wieder zurück fahren, kostet Zeit. Zu viel Zeit. Von der ich in den letzten und Monaten nicht mehr ganz so viel habe.

Also schaut der ganze Spaß bei uns wie folgt aus: Monsieur und ich holen gemeinsam Madame von der Tagesmutter ab. Danach haben wir ungefähr eine Stunde Zeit. In dieser Stunde müssen wir alle zur Uni kommen. Das alles kann manchmal schon dauern. Eine gefühlte Ewigkeit. Im normalen Gehtempo ist die Uni zwar in maximal einer Viertelstunde erreicht. Doch nicht mit Madame an der Hand. An jeder Ecke findet sich etwas Neues. Etwas Spannendes. Eigentlich ja toll. Nur nicht wenn wir gerade Zeitdruck haben. Denn der kleine Monsieur sollte auch noch gestillt werden. Also am besten bevor mein Kurs beginnt.

Vor der Uni treffen wir dann den Herrn. Der hat dann Kinderdienst. An sich ja supertoll. Allerdings gibts da eine Bedingung: Er muss mit den beiden in der Nähe der Uni bleiben. So dass ich den kleinen Monsieur in meiner Pause noch einmal stillen kann. So dass er dann sicher durch kommt. Denn fixe Zeiten gibts bei uns nicht. Der Hunger kommt und geht bei ihm nämlich wie es ihm gerade passt.

Das hört sich alles etwas stressig an. Und das ist es auch. Aber bis jetzt funktioniert das alles einwandfrei. Ich bin gespannt ob beziehungsweise wann die ersten Probleme auftauchen... Aber bis dahin machen wir einmal so weiter!

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