Opatija - Drei Tage Auszeit am Meer - Madame M. - Geschichten aus dem Mama-Alltag

Opatija - Drei Tage Auszeit am Meer

Der Wind weht. Die Sonne lacht. Und im Hintergrund kann man die Wellen rauschen hören. Wir haben es endlich wieder einmal geschafft und sin...

Der Wind weht. Die Sonne lacht. Und im Hintergrund kann man die Wellen rauschen hören. Wir haben es endlich wieder einmal geschafft und sind am Meer. Und das alle vier. Der Herr, Madame, Monsieur und ich. Nach dem Stress der letzten Tage und Wochen ist diese Auszeit auch bitter notwendig. Endlich einmal wieder nur zu viert zu sein. Ohne Verpflichtungen. Ohne Termine. Einfach nur die Zeit genießen und in den Tag hinein leben. Schön ist das.


Hier sind wir also in Opatija. Einer tollen Stadt. Mit viel Geschichte. Mit tollen Gebäuden. Und mit kurzer Anreisezeit. Zumindest aus Graz. Und das ist wichtig. Vor allem dann, wenn die Auszeit nur ein paar Tage dauert.

Nachdem wir angekommen sind führt uns unser erster Weg auch gleich ans Meer. Viel zu lange ist es nämlich schon her, dass wir es gesehen haben. Okay, bis auf den Herren, war der ja erst vor kurzem auf Ibiza zugegen. Und der kleine Monsieur hat es gar noch nie gesehen. Dementsprechend gespannt bin ich, wie es ihm gefallen wird. Wenn man das so früh überhaupt schon sagen kann...

Erwartungshaltung versus Realität.
Meine Erwartungen sind groß: Im Kopf male ich mir schon aus, wie wir entspannt auf einer Parkbank sitzen. Den Wellen zusehen und den Geschichten lauschen, die das Meer so zu erzählen hat. Richtig romantisch. Doch die Realität sieht anders aus. Tja, ich habe in der Rechnung auf unser Kleinkind aka Madame vergessen. Die hält vom Herumsitzen nämlich genau gar nichts. Möchte sich bewegen. Logisch. Ist sie ja erst gute vier Stunden lang im Auto gesessen.

So gerne ich auch sitzen geblieben wäre, müssen zuerst einmal die Bedürfnisse der beiden Kinder befriedigt werden. Hilft alles nichts. So ist das nun mal mit kleinen Kindern. Deshalb beschließen wir erst einmal ein klein wenig an der Promenade entlang zu spazieren. So kann man ja schließlich auch dem Meer zuhören. Und entspannend ist es ja auch.

Doch auch dieser Plan geht (wieder einmal) nicht auf. Aus einem gemütlichen Spaziergang wird eine Zerreißprobe für die Nerven. Zumindest für mich. Übernachtig, wie ich bin (in der letzten Nacht war nicht all zu viel Schlaf drinnen), sehe ich überall nur Gefahren lauern. Ich kann es überhaupt nicht mitansehen, wie Madame 'unkontrolliert' dahin läuft. Und jeden Moment über die Felsen ins Wasser stürzen könnte. Horrorszenarien spielen sich in meinem Kopf ab. Bin so ganz und gar nicht entspannt. 


Vom Hunger getrieben.
Da es auch schon dunkel wird, brechen wir unseren Spaziergang ab. Zum einen um meine Nerven zu schonen. Zum anderen um uns etwas zu essen zu suchen. Denn hungrig sind wir mittlerweile (bis auf den kleinen Monsieur) auch schon alle.

Ein passendes Lokal ist gleich gefunden. Zumindest scheint es so. In Wahrheit wird nämlich das erstbeste Lokal anvisiert. Dass da keine Leute sitzen, bemerken wir in unserer Hungrigkeit gar nicht. Genauso wenig, dass es eher einer Touristenburg gleicht. Ganz ohne Charme. Eigentlich so gar nicht meins. Wir setzen uns also und warten bis ein Kellner zu uns kommt. Und warten. Und warten. Und warten. Madame ist so hungrig, dass sie nicht mehr lange durchhält. Deshalb beschließen wir zu gehen und uns ein anderes Lokal zu suchen.

Sehr zu unserem Glück. Keine hundert Meter weiter finden wir ein tolles Restaurant**. Das richtig toll aussieht. Und voll ist es auch noch. Ein gutes Zeichen - Das Essen schmeckt hier scheinbar. Wie es der Zufall so will bekommen wir auch gleich einen Tisch. Das Personal ist kinderfreundlich. Die Auswahl ist riesig. Und schmecken tut es obendrauf. Ein richtiger Glückstreffer. Drei Mal dürft ihr raten, wohin wir auch die nächsten Tage essen gehen...

Nach dem Essen stoßen wir wieder einmal an bisher unbekannte Grenzen. Für uns zu viert. Madame ist müde und möchte schlafen. Der Herr und ich möchten aber noch gerne etwas sitzen bleiben. Dem Monsieur ist es egal, denn der schläft gemütlich in seinem Kinderwagen. Wie also lösen dieses Problem? Kinderwagen haben wir für Madame keinen eingepackt. So schlau waren wir nicht. Leider. Der Herr startet einen Versuch Madame auf seinen Armen zum Einschlafen zu bringen. Und mir stellt sich die Frage: Wie werden wir das am nächsten Tag wohl mit dem Mittagsschlaf lösen? Der Versuch missglückt. Also entschließen wir uns schweren Herzens uns doch Richtung Hotel aufzumachen. Ein bisschen Schlaf tut uns wahrscheinlich allen gut.

Sonnenschein.
Am nächsten Tag ist die Welt wieder in Ordnung. Die Sonne lacht. Wir sind alle ausgeschlafen. Und so zu neuen Abenteuern bereit. Also wagen wir einen weiteren Versuch die Promenade zu bezwingen. Das Wetter ist herrlich. Unsere Stimmung auch. Die Angst vom Vortag - so gut wie weg.


Und so spazieren wir munter darauf los. Ohne ein Ziel vor Augen zu haben. So scheint es zumindest. Denn in meinem Kopf habe ich längst eine Endstation unserer Wanderung fixiert: Die Gruselvilla in Ičići. Besser bekannt als Villa Münz. Man muss nämlich wissen - ich habe ein Faible für alte, heruntergekommene, aber geschichtsträchtige Gebäude. Und um genau so eines handelt es sich hier.

Mein Ziel ist doch weiter weg als gedacht. Die Zeit verrinnt. Ehe wir uns versehen ist es Mittag. Und damit auch Zeit für Madames Mittagsschlaf. Denn ohne den geht nämlich nicht viel. Allerdings haben wir nach wie vor das selbe Problem: Wir haben keinen Kinderwagen. Ich sehe mich schon mit einer äußerst gut gelaunten Madame in Richtung Hotel spazieren. Bis der Herr wieder einmal die Idee hat: Warum probieren wir es nicht einfach hier. Auf der Promenade. Direkt an der frischen Luft.

Das wäre mir zwar nie in den Sinn gekommen. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Also visieren wir die nächstbeste Parkbank an. Während ich den kleinen Monsieur stille (der hat sich mittlerweile nämlich auch schon wieder zu Wort gemeldet), kuschelt der Herr sich zur Madame. Und tatsächlich - keine fünf Minuten später schläft sie. Und das tief und fest. Wer hätte das gedacht? Mit Madame im Arm und dem Monsieur im Kinderwagen kommen der Herr und ich zu etwas Zeit zu zweit. Unverhofft. Und richtig toll. So fühlt sich Urlaub an.


Es fühlt sich sogar so gut an, dass wir spontan beschließen noch eine Nach länger hier zu bleiben. Zwar in einem anderen Hotel - aber das ist wieder einmal andere Geschichte!

Übrigens, Zur Villa haben wir es dann auch noch geschafft. Zumindest zwei von uns Vieren. Der Herr und Madame haben sich nach dem Schlaf spontan dazu entschlossen zum Hotel zurück zu kehren, um den dortigen Pool auszuprobieren.



** Das Restaurant war übrigens das Roko. Eine Pizzeria, die neben Nudeln und Pizza auch diverse Fleischgerichte auf der Karte hat. Sehr zu empfehlen.

You Might Also Like

0 Kommentare